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What a Change, what a change...

Vor einem Jahr noch, hätte ich alle (Halb)Marathon LäuferInnen für verrückt erklärt. Heute habe ich meinen ersten Halbmarathon seit genau einer Woche in den Beinen (es fühlt sich übrigens immer noch großartig an ;-) ) Viele Dinge sind passiert, einige davon bewusst, andere unbewusst. Vor einem Jahr war ich zum Beispiel ganz stolz auf mich zwei Mal in der Woche laufen zu gehen, ich habe jeden für wahnsinnig gehalten der behauptet hat dass es noch öfter wird. Jetzt war ich allein in der Woche nach dem Halbmarathon schon dreimal laufen und einmal radfahren, einfach weil der Drang nach Bewegung mich nicht ruhig sitzen lässt :D Vor einem Jahr, hatte ich noch Angst die 5 km beim Frauenlauf nicht unter 35 Minuten zu laufen. In ein paar Tagen möchte ich 6 km in 33 laufen ;-) Sie hatten recht als sie sagten, es wird nicht weniger anstregend, es geht nur schneller vorbei :D
20.4.14 11:55


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Mein Erster Halbmaratahon (Vienna City Marathon 13. April 2014)

14 Wochen vorher habe ich begonnen zu trainieren, mein erstes Training nach Trainingsplan, geschworen hab ich mir den Trainingsplan einzuhalten. Ich kann sagen ich hab es zumindest versucht. Bin Intervalle gelaufen, Tempoläufe, Regenerative Läufe und Longjoggs (mit und ohne Enbeschläunigung).

Trotzdem, kurz vor dem Start komme ich mir gänzlich unvorbereitet vor, so als wäre ich noch nie zu vor einen Schritt gelaufen, unglaublich nervös, kotzübel. Nur zwei Gedanken im  Kopf: endlich loslaufen, wie bin ich nur auf diese dumme Idee gekommen. Drücken geht nicht mehr, also laufen ;-)

Dann Startschuss für meinen Startblock, endlich laufen, ein großer Stein ist mir da vom Herzen gefallen, keine der viel gehörten Horrorgeschichten ist eingetreten, keine geprellten Rippen, keine Massenpanik, kein gehen auf dem ersten Kilometer, sofort ins laufen gekommen, alles weniger schlimm als gedacht.

Die ersten Kilometer fliegen nur so dahin, ich halte meine Tempo, bin voll auf Kurs zur, euphorisch erhofften, Zielzeit von 02:10 jeder Kilometer läuft perfekt, ich komme ins rollen. Dann, durch schlechte, oder eher wenig durchdachte, Organisation meinerseits steht meine Mum erste bei km 8, anstatt wie von mir erwartet beim km 7. Trotzdem es läuft, ich hab mein Wasser bekommen, und sogar trinken kann ich ganz gut bei meinem Tempo, langsam wird es aber anstregend (Anna, was hast du dir gedacht? es ist ein Wettkampf!) Doch die Kilometer rollen weiter, ich rolle, immer noch gut in der Zeit (wenn ich die letzten zwei Kilometer Vollgas laufen kann) Ich erwarte ja auch meine nächste Verpflegung bei km 11, kurz nach dem Kilometer Schild hatten wir ausgemacht. Doch, da steht keiner, bin ich zu langsam? oder zu schnell? Einizige Möglichkeit weiter laufen, leider habe ich in der Hoffnung wieder frischen Wasser zu bekommen die erste Flasche weggeschmissen. DURST! Aber egal, in vier Kilometern soll ja schließlich mein Vater auf mich warten (wenn der nicht da ist sterbe ich vor Durst) und im schlimmsten Fall muss ich halt aus einem verhassten Plastikbecher, bei der Labestation, trinken.

Ab Kilometer 12 wird es hart, immer und immer wieder habe ich mir das selbst eingetrichtert im Training, dann geht es Bergauf, die Wienzeile, Kilometer 16, vier harte Kilometer, mittendrinn mein Vater der mit Wasser auf mich wartet, so ist es in meinem Kopf, so ist es für mich schaffbar. Möglichst wenig Tempo rausnehmen obwohl es bergauf geht, ich kann das, es sind nur vier Kilometer, mein Mantra im Kopf. bei Kilometer 15 steht auch tatsächlich mein Vater, hat wunderbar geklappt, er läuft ein bisschen mit mir, bis er ausser Atem ist, und das motiviert mich. Noch ein Kilometer bergauf. Am Kilometerschild 16 vorbei, vorbei bei der Staffelübergabe, immer noch bergauf, aber gleich muss es doch bergab gehen, es hieß doch immer ab Kilometer 16 (oder war das nur ein Wunschtraum meiner seits?) Nein es geht nicht bergab, auch bei 17 oder 18 noch nicht, und ich werde langsamer, ich habe das Gefühl zu stehen, mein Bauch schmerzt, ich kann nur mehr laufen wenn ich mir die Seiten halte, ich mag nicht mehr, aber ich laufe, ich laufe immer noch, ohne auf die Uhr zu schauen, nur mit dem Mantra, ich gebe nicht auf, nur nicht stehen bleiben, jetzt immer weiterlaufen, im Kopf. Bei Kilometer 19 geht es dann endlich bergab, und ich denke mir, ja nur noch zwei Kilometer bis zum Ziel, mein Kopf will schneller werden, aber meine Beine können nicht mehr, sie sind schwer, fühlen sich an wie mit Beton gefüllt. Dann kommt mein Engel in Form eines älteren Herren, er läuft wohl den Marathon (hat also noch nicht mal die Hälfte geschafft) und klopft mir auf die Schulter und sagt:" Du schaffst das, jetzt nicht aufgeben." Das macht mir Mut und ich laufe weiter. Jetzt würde es bergab gehen, aber ich merke es kaum noch, all die Wochen habe ich mich auf das laufen auf der Mariahilferstraße gefreut, und jetzt tut es nur weh. Dann endlich am Ring angekommen, ich sehe das Schild: 300 Meter zum Ziel, aufeinmal sind alle Schmerzen weg und ich kann doch noch einen Zielsprint machen. Im Ziel falle ich fast um, weil alle vor mir einfach stehen bleiben, weitergehen weitergehen, Finisherbag, trinken, vom Alkoholfreien Bier wird mir schlecht, ich habe Kopfschmerzen. Irgedwie krieg ich es hin an meine Klamotten zu kommen und ziehe mich mitten auf der Ringstraße um. Sogar unseren Treffpunkt finde ich noch, dort dann all die Menschen mit denen ich mehr oder weniger trainiert habe, all die die so viel von mir erwartet haben, die die meinten ich könne sicher 02:05 laufen, und ich schaffe nicht mal die 02:10, nein ich laufe mit 02:14:49 in Ziel, ich bin enttäuscht, enttäuscht weil ich mich so falsch eingeschäzt habe, enttäuscht, weil ich mir insgeheim mehr erhofft habe und ich glaube mal wieder die langsamste zu sein. In dem Moment ist es egal das alle anderen viel länger trainieren als ich, ich bin einfach traurig und alles bricht aus mir raus. Zum Glück sind zwei liebe Mädls an meiner Seite die mich trösten und aufbauen, und schließlich kann ich mich mit meiner Zeit abfinden, nein ich beginne sogar sie zu mögen 

Zwei Stunden später kommt Kathi ins Ziel, sie ist ihren ersten Marathon gelaufen, und somit meine Heldin des Tages (irgendwann mach ich sowas auch mal) Fotos werden gemacht und wir feiern uns selbst mit einer Pizza und überhaupt.

Der Tag danach: kein Muskelkater, keine Schmerzen, das Training scheint sich doch ausgezahlt zu haben :D

Die Woche danach: Montag locker laufen, Mittwoch locker laufen, Freitag Longjog, und es geht mir richtig gut. Ich habe einen Dauergrinser im Gesicht. achja, die Planungen für den nächsten Halbmarathon sind auch schon im gange.

19.4.14 09:11


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